Dienstag, 17. Juli 2012

Mera Luna das Fotoshooting + Outtakes

Also hier ein kurzer Bericht des Fotoshottings für mein Mera Luna Kleid. Ich hatte meine Mutter noch gebeten die digitale Spiegelreflexkamera mitzubringen, doch leider sagte selbige keinen Ton mehr..  und das Ladekabel liegt in Hannover..
Also beschlossen wir die Akkus meiner Kamera noch kurz zu laden und dann " Auf der Klus" Fotos zu machen. Für alle nicht-Eichsfelder.. das ist eine kleine Kapelle auf dem Berg zwischen Kalteneber und Bernterode.
 Ich hätte mir auch ein schönen Hintergrund mit der alten Kapelle in Bernterode vorstellen können, aber das war mir dann doch zu nahe am Dorfgetratsche :)





Einen Herzlichen Dank an meine Fotografin Felicitas Weck

 Also packten meine Mutter und ich bei den einzigen Sonnenstrahlen am Montag die Taschen und ich zog mein Kleid an.. und das dauert schon mal.. Aber wesentlich schwerwiegender war der Hinweis meiner Kamera beim rausschreiten aus der Haustür -Karte voll!-... *ahrg* also eben schnell formatiert.. ich hatte die Bilder zumindest schon auf dem Pc :)
Ich habe mich dann mit einem paar Ersatzschuhen, Zigaretten und meiner Kamera und ca 15 Metern Satin sowie 3,10 m Umfang von Reifrock auf dem Rücksitz des Busses gefaltet.. Ich frage mich wie groß die Pferdekutschen damals waren als frau sowas noch täglich trug..
Hier also ein paar Outtakes vom Fotoshooting.. weils so schön war ... und nein es ist völlig zufällig das viele Bilder in schwarzweiß oder sepia sind und ich habe ÜBERHAUBT keine Vorliebe dafür *lach

nein da ist kein Bus im Hintergrund :)

 






5 meter Saumweite in Action
hier mal in Farbe:)


es war recht stürmisch :)




Mit der Sonne in Sepia .. das gefällt

Schöne Rückansicht

Gespiegelt im Busfenster :)

 
Da fällt der Oberrock so schön..






Oben auf der Klus angekommen war es nicht sonnig aber dafür extrem stürmisch.. Wir haben etwa 150 _Fotos gemacht, teilweise mit Mama´s Iphone 4 .. da meine Kamera zu träge war..

Die Klus liegt mitten an einer Landstraße.. und da kommen teilweise wirkliche Menschen vorbei.. in Autos.. ehrlich...
Einer hat gehubt, viele haben geguckt und ich hatte kurzzeitig überlegt mal den Daumen raus zu halten... Aber es hat Spaß gemacht und das ist ja die Hauptsache :)

Montag, 16. Juli 2012

Dunkelbunt - Wip fürs Mera Luna - Der Überrock + Schleifen Tutorial

So es ist vollbracht! der Überrock ist fertig!! Es hat lang gedauert aber ich denke der Rock kann sich sehen lassen :)

Weitere Fotos mir Inhalt ( also mir), und im fertigen Zustand befinden sich am ende dieses Beitrages. Alle nicht Nähwütigen also bitte runterscrollen..



Der Überrock besteht aus ca 4,5 Metern Satin. Ich habe mein bereits vorhandenes Schnittmuster für den Unterrock einfach um etwa 25 cm verlängert und 4 mal ausgeschnitten. Davon gibt es leider kein Bild.  Ich wusste noch nicht genau was ich machen wollte und habe deswegen erstmal französische oder auch Kappnähte an allen Bahnen genäht. Diese Art der Verarbeitung benutzt man beispielsweise bei Blusen, damit die Nähte innen genauso schön sind wie aussen. Der Clou dabei ist aber, dass ein kleiner Tunnel entsteht, in den man ein Band einbauen kann um das Teil zu raffen. Ich habe also den Stoff mit der schönen Seite (links auf links) aussen genäht. Ich habe mit der Overlock gearbeitet, somit hatte ich den Stoff gleich versäubert.





Dann den Stoff (rechts auf rechts) mit beiden schönen Seiten aufeinander umgelegt und mit einigem Abstand zur Kante einmal die Naht nachgenäht.











So sah das dann auf dem Püppie aus. Man sieht deutlich die Länge die auf dem Boden liegt. Ich war mir nur nicht sicher wie ich es denn raffen wollte...
Es gibt zwei mir bekannte Möglichkeiten: mit Tunnelzeug (KAPPNÄHTE ) oder händisch mit Raffungen, die mit der Hand angenäht werden. Ich habe mir jeweils eine Seite vorgenommen und mich dann entschieden:


























 Ich habe mich für die linke Variante mit den Tunnelzügen entschieden. Das war mir irgendwie symentrischer :)
Also habe ich durch alle Tunnel Satinbänder gezogen und sowie oben und unten mit Sicherheitsnadeln gesichert. Dann kam der schwere Teil: wie sollte es denn nun fallen? Hinten lang und vorne kurz oder andersherum? Ich hatte nur die drei Innennähte mit Kappnähten versehen, da ich mir noch nicht im Klaren war, was ich den mit den beiden vorderen Teilen tun wollte. Nähen ohne Plan... das kann ich gut :)

Für die beiden Vorderteile habe ich erst überlegt den Satin zu versäubern und zweimal umzuschlagen. Beim Bügeln dieser Teile habe ich aber schnell festgestellt, dass es so nicht geht. Es verzog sich durch die Stoffmassen zu sehr. Also dachte ich mir - kein Problem - ich näh halt einfach einen Tunnel dran. Einen breiten Streifen Satin geschnitten und nun kommt das kniffelige - mein erstes Paspelband. Ich dachte, es wäre schön vorne im Sichtbereich schon mal eine Paspel mit einzunähen. Also mit dem Reißverschlussfuß und der Nadelstellung ganz aussen, zunächst die Paspel festnähen.







Dann Rechts auf Rechts - das Vorderteil und den Tunnel - zusammennähen.







Nun fehlen noch einige Meter Saum. Zunächst habe ich Bänder mit Sicherheitsnadeln in die Tunnel gezogen. Die werden dann beim Säumen gleich mit festgenäht. Erst das Schrägband auf der linken Seite festnähen genau in der Falzlinie,








dann das Schrägband festnähen - von Rechts die Seiten eingeklappt.














~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ UNKONVENTIONELLES SCHLEIFENTUTORIAL ~~~~~~~~~~~~~


Es gibt ja viele Schleifentutorials in www .. Nun hier meine Methode. Viele nähen ihre Schleifen aus einem zusammengeklappten Teil mit Wendeöffnung. Ich habe das früher auch so genäht und mich geärgert, das zusammengefaltete Teil verhält sich bei der Schleife anders als das zusammengenähte Teil.. und die Schleife ist damit unsymmetrisch.. Das mag ich aber gar nicht.
Hier nun meine Lösung:
Man nehme zwei Stücke Stoff und nähe einmal ringsherrum - keine Wendeöffnung lassen... Die Ecken abschrägen.



Dann die Teile so auseinander ziehen..












.. und in die Mitte ein Kreuz schneiden...















...dann Wenden und aus einem schmalen Streifen  ein Band für die Mitte schneiden. Dieses verstürzen und zusammennähen. Dann über die Schleife streifen und in meinen Fall habe ich sie in der Mitte festgenäht. Da ich eh noch "BlingBling" drauf genäht habe :)

















































































Samstag, 30. Juni 2012

Dunkelbunt -Wip fürs Mera Luna - der Unterrock

Mein Unterrock ist fertig. Die Daten 5 Meter Saumlänge mit 7, 5 Metern Rüsche. Verarbeitungszeit ca 4 Stunden. Verbrauchtes Material: 4,5 Meter Satin in Schwarz. Mein Schnittmuster habe ich mir selbst erstellt.. Wie Ihr sehen könnt ein Trapez, oben meine gewünschte Bundlänge geteilt durch 5 - da es fünf Stoffbahnen sind, unten meine gewünsche Saumlänge - in diesem Fall 5 Meter, geteilt durch 5 :).. Ich schneide übrigens bei größeren Teilen auf dem Boden zu, ohne abstecken, aber dafür mit schweren Muttern die mir meine bessere Hälfte zur Verfügung gestellt hat. Was mir mein Stoff ist sein Metall :)
 
Hier also der Schnitt. Davon schneiden wir uns 5 Teile aus. 5 Teile weil  es dann so schön symetrisch sitzt.









Meine Rüsche soll ca 5 Cm breit sein. Also schneide ich sie entsprechend zu, in 1.5 m länge pro Rockschnitteil. Ich habe die Rüsche mit einem Rollsaum versehen und oben mit dem normalen Overlockstich versäubert. Dann mit der normalen Nähmaschine und reduzierter Oberfadenspannung, sowie längster Stichlänge in ca 0,5 cm Abstand zweimal abgesteppt. Ich drehe die Oberfadenspannung auf 1 runter (normal 4 ) und stelle die Stichlänge auf 5,0( normal 2,2). Dann greift man sich die beiden Unterfäden und schiebt den Stoff zusammen, so ensteht die Rüsche. Ich habe schon einiges an Rüschenarten ausprobiert und diese Variante ist bei weiten die Beste. Ich schätze auch deswegen ist sie in allen Nähbüchern beschrieben :)




Die Rüsche wird rechts auf rechts auf den Oberstof gesteckt. Da gerade Satin extrem rutschig ist, habe ich festgestellt, das es sich lohnt die Nadeln in die mit dem Overlockstich versäumte Kante zu stecken, da hält es besser. Ich mache es so, das ich mir an Rüsche und Rock die Mitte kennzeichne und dann direkt an dem Stoff Rüsche, immer zur  Mitte, nett verteilen und ordentlich verknoten damit nichts mehr verrutschen kann.




Als nächstes nähe ich den Reißverschluss ein. Ich habe mich für einen nahtverdeckten Reißverschluss entschieden. Dieser ist ein bißchen kompliziert, aber machbar, auch ohne extra Füßchen. Zuerst bügelt man den Reißverschluss und dreht die Spirale, in der der Schieber läuf,t dabei nach aussen. Dann legt man ihn auf die rechte Seite des Stoffes, steckt ihn fest und näht mit der Nadelposition ganz aussen fest. Dabei dreht man die Spirale weg von der Nadel. Das ganze auf der anderen Seite der Stoffes ebenso und fertig ist der Nahtverdeckte Reißverschluss.









 Hier der fertige Reißverschluss.. natürlich noch ungebügelt.














Nun kann man die Bahnen aneinander nähen. Ich habe dies mit der Overlock gemacht, ist ja auch bequemer.














Nun fehlt nur noch der Bund. Ich habe es mir einfach gemacht und das Bund-Band direkt auf den Stoff gebügelt und ausgeschnitten. Das Problem war nur das der Satin ja fast keine Hitze verträgt und deswegen die Bundvlieseline nicht richtig haften wollte.. mit vielem Stecknaden hab ich es dann aber geschafft.. Rechts auf Rechts annähen, an den perforierten stellen umklappen, einmal in der Mitte und dann an der Nahtzugabe.Dann noch einmal von rechts absteppen und.....



Fertisch... meinen habe ich mit Haken und Ösen am Bund geschlossen, es ist eben ein Unterrock..

Den Rock habe ich übrigens auf Barfuss bez Ballerinas ausgelegt oder halt eben Gummistiefel.. Vielleicht finde ich ja jemanden der meine Gummistiefel mit lustigen kleinen Totenköpfen bemalt..

























Freitag, 29. Juni 2012

Dunkelbunt - mein WIP fürs Mera Luna 2012

Mera Luna Outfit 2011 Rückblick
Ein WIP ist in der HobbynäherInnenbranche ein Work in Progress, also ein bildreicher Blogeintrag mit kleinen Einzelschritten über den Werdegang eines Kleidungsstückes.
Letztes Jahr habe ich es ja auch schon geschafft, mir irgendwie zwischendrinn ein Mera Luna Rüschenrock-Korsett- Spitzenüberwurf - Ensemble zu nähen. Dieses Jahr fange ich früher an und habe einiges vor:
Ich habe mir für sagenhafte 6 Euro bei Ebay einen Reifrock ersteigert. Bodenlang mit 3 Ringen und der letzte hat einen Durchmesser von 3,12 Metern. Gerade so ausreichend. Mit Tüllüberrock und einer niedlichen Spitzenrüschenkante. So muss das sein.


der Püppi passt das Korsett nicht...



Der Plan ist folgender :
Für Mich:
  • Ein schwarzer Unterrock mit 5 Metern Saumkante, mit Rüschen unten dran. 
  • Ein Auberginefarbender Überrock halbrund und gerafft darüber
  • Korsett hab ich ja schon, wenn auch gekauft, tut es seinen Dienst trotzdem
  • Ein langes schwarzes Wollcape mit Kaputze gefüttert mit auberginefarbenem Satin, mit breiter silberne Borte für Regenzeiten und spätabends
  • ein kurzes Cape aus schwarzem Satin und Changierendem Taft, für den kühleren Abend, und für den Fall das das Mera Luna dieses Jahr nicht im Regen absäuft, wie die letzten Jahre
  • ggf Assesoires aus den Resten :) 
der "Unterbau"
Für meine bessere Hälfte:
  • Eine schwarze Leinenhose 
  • Eine Weste aus Kuhfellimitat
  • ggf eine Tasche aus dem Kuhfellimitat
 das ist zwar einiges aber es sind ja auch noch so an die 6 Wochen bis zum Mera Luna, das sollte machbar sein.
Aber da gab es ja noch das "Ditte -Desasster"!  "Ditte" ist ein Baumwollstoff vom blau-gelben Schweden, den man dort als Meterware für sagenhafte 3 Euro pro Meter kaufen kann. Dieser eignet sich herrvorragend für Gothic-Kleidung aller Art, denn es gibt Ihn auch in Schwarz :), und günstiger bei dieser Qualität geht kaum bis gar nicht. Achja.. und schwarzer Ditte ist im Ikea Kassel bis Anfang August ausverkauft. Ich vermute viele Kennzeichen mit KS auf dem Mera Luna :)

Nun ja dann gebe ich mich halt mit Satin zufrieden und fluche halt bei der Verarbeitung etwas mehr..
Verarbeitet werden:
  • 10 m schwarzer Satin
  • 10 m aubergine Satin
  • 2 meter Taft
  • ggf Tüll und Spitze
  • 4 m Wollstoff
  • 2m Leinen
  • 2m Kunstkuhfell
  • die Stoffe :)
  • 2m Schokosatin als Futter 

So uns anstatt hier rumzubloggen gehe ich jetzt nähen damit es auch was zu gucken gibt :)









Montag, 11. Juni 2012

Erinnerungsquilt

Ein Erinnerungsquilt ist ein Quilt der aus Kleidungsstücken eines Verstorbenen besteht. Im letzten Jahr ist meine Oma gestorben und ich habe aus ihrer Kleidung ein Erinnerungsquiltkissen genäht. Meine Oma hat viel in Ihrem Leben genäht. Zum Teil da es früher selbstverständlich war seine Kleidung selbst herzustellen und zum Teil weil es Ihr Beruf war. Ich habe 8 Kleidungsstücke von Ihr ausgewählt, die ich von Ihr kannte und die sie oft getragen hat. Sie waren alle selbstgenäht.Erst noch aufwändig mit inneren französischen Nähten ( also innen auch schön anzusehen)später dann viel mit geklebten Säumen - geht ja auch schneller *lach
In diesem Blog möchte ich die einzelnen Arbeitsschritte beschreiben, die bei meinem Quilt zu erarbeiten waren. Da ich viel mit der Hand genäht habe, hatte ich genug Zeit meine Erinnerungen an meine Oma zu durchleben und auch die Trauer zu verarbeiten. Immerhin hat sie mir das nähen, stricken, sticken und Bommeln herstellen beigebracht. Und ist mit mir durch den frühlingshaften Wald gegangen um Ostereier und einen selbstgenähten Osterhasen zu finden.



Ich habe mir eine Art Origami Kissen aus einer Patchworkzeitung ausgesucht. Nach Anleitung wird ein Kreis aus Stoff ausgeschnitten und eine Schablone die 1 cm kleiner ist als der Kreis angefertigt. Dann näht man mit langem Stich und verringerter Oberfadenspannung einmal rings um. Die Schablone aus Pappe legt man in den Kreis und zieht die Unterfäden an bis sich die Ränder um die Schablone legen. Dann gut bügeln :)




Ein Quadrat aus dem Erinnerungsstoff hineinlegen und die erste Gerade umbügeln. Hier eine Brusttasche aus einem Hemd , das meine Oma oft getragen hat und selbst ( äußerst akkurat) genäht hat.

Alle 4 Seiten um das Quadrat umbügeln. Das war der einfache Teil. Nun kommt die Handarbeit. Die Kanten werden per Hand gequiltet.Dabei näht man im Quiltstich nah an den umgebügelten Kanten entlang. Ich habe die Quadrate abends vor dem Fernsehen gequiltet. Sofern es irgendetwas gab was man auch nur halbwegs sehen bzw hören konnte.




Nun hatte ich 8 Quadrate fertig und mir fehlte die zündende Idee für die Mitte. Ich hatte nur 8 Kleidungsstücke und brauchte für das Kissen aber neun. Klar war das die Mitte schon etwas besonderes sein musste. Ich dachte kurz über Name und Datum nach und verwarf es schnell. Meine Oma war mit Ihrem Vornamen sehr unzufrieden. Also beschloss sie kurzerhand ab jetzt nicht mehr Emmy zu heißen sondern sich Monika zu nennen. Ganz ohne Namensänderung stellte Sie sich allen als Monika Weck vor. Vermutlich auch meinem Opa denn das gemeinsame Stoffgeschäft was die beiden in Hannover in der List gründeten hieß Monika Weck. Viele Menschen erinnern sich übrigens heute noch an das über 3 Stockwerke große Stoff und Kurzwarengeschäft.
Aber um auf den Punkt zu kommen.. Bilder sagen mehr als tausend Worte. Ich habe ein schönes Bild von Ihr gesucht, und mit Transferfolie auf einen neutralen Stoff gedruckt.

Dann noch alle 9 Quadrate zusammen genäht und ich denke das Endprodukt kann sich sehen lassen.
Ich habe übrigens zwei genäht, eines für meine Mutter und eines für mich ( noch halbfertig.. )